01
M
Ausfall von Blockwand Lydia Martsch bestens kompensiert - D1 siegt 3:1
01.03.2015 05:27

Die Hiobsbotschaft kam im Mittwoch Training. Lydia klagte über Knieschmerzen und Physio Klaus Kuhn stellte fest, dass Pause angesagt ist. Trotzdem spielen? - Nein, Tapen? - Kopfschütteln, Rollstuhl? - Nicht erlaubt...

So sei es, dass kann immer mal passieren, zum Glück kein Bänderabriß oder ähnliches. Jetzt heißt es Team umstellen und die Position des Diagonalangriffes neu zu besetzen. Die Entscheidung fällt auf Sofie Fuchs, eine der beiden Zuspielerinnen. Zum einen ist das die Stammposition einer Zuspielerin, zum anderen war Sofie früher selbst Angreiferin. Also schnell noch im Freitag Training alles einstudiert und Samstags ab nach Mainz. Fast alle sind an Board, es fehlen eben Lydia Martsch und Jenny Moll.

Vor dem Spiel noch die übliche letzte Feinabstimmung Wer, Was, Wann, Wie und Wohin wird verstanden und los geht's - Erster Satz: Los geht's allerdings erstmal beim Gegner, entscheidend durch unser Zutun. Nicht präzise genug unsere Angriffe in die definierten Zonen, das Aufschlagspiel findet die Lücken nicht und die Annahmeriegel stehen noch nicht korrekt in den Varianten. Also ziehen die Rheinhessinnen Punkt um Punkt weg. (5:3, 7:5 und 12:9). Eine Auszeit ist angesagt und zumindest können wir in Folge das Sideout gewinnen. Mainz wittert dennoch Morgenluft und lässt uns nicht herankommen - die beste Phase des Gegners im Spiel. Beim 18:22 muss die zweite Auszeit genommen werden. Beruhigung ist angesagt, dass sieht schon viel besser aus - wenn wir unsere Eigenfehlerquote senken, können wir das im nächsten Satz drehen. Hereinfinden in die Partie heißt das Motto. Und obwohl Mainz den Satz mit 25:18 abschließt herrscht keinerlei Unruhe, denn die Situation ist gut bekannt und das Team weiß selbst was zu tun ist. Schnell noch ein Blick auf die Tribüne ob es Erwin gut geht oder die Aufregung wieder zusetzt - Daumen nach oben signalisiert Entspannung.

Satz 2: Holla die Waldfee! Wieder die Stammformation ins Rennen geschickt und siehe da. Die Rückbesinnnung auf die Stärken, das "Sich-Zeit-Nehmen" bei den Services und das wesentlich aktivere Stellungsspiel lassen uns einen Start hinlegen wie aus dem Lehrbuch. Sofie Fuchs "explodiert" förmlich, sehr rege in der Abwehr und ihre Angriffe sind direkt Punkte. Ein kurzer Hinweis an Zuspielerin Sophia Beutel ist allerdings nötig: "Das ist nicht die Lydia die da steht, also nicht alles über Sofie spielen :-)". Somit packt Sophia in Folge alle Varianten ihres Zuspielkönnens aus und setzt die Angriffsreihen exzellent ein. Vor allem Nadine Lahres versenkt einen Angriff nach dem anderen im gegnerischen Feld und wenn es schnell gehen soll setzt Isa Kaufmann in der Mitte mit gewaltigen Aufsteigern Mainz außer Gefecht. Nach einem 3:1 ziehen wir auf 13:3 weg. Bei diesem Spielstand kommt die aufschlagstarke Melanie Woll für Sofie Fuchs ins Spielfeld und reiht sich nahtlos ins Geschehen ein. Jede Gegenwehr wird in dieser Phase von Libera Elly Diamantopoulou pariert und in vielen Dankeballsituationen sind die Pässe auf dem i-Punkt. Darauf kannst du aufbauen, dass ist großes Kino. Michelle Müller ist hellwach und holt einen Angriff nach dem anderen durch sehr gute Blockarbeit herunter und setzt sich selbst noch ein Krönchen durch gute Mitteangriffe auf. 20:7 steht es und der SCM-Zug rollt. Haben wir wen vergessen? Ja da ist ja noch unsere Julia. Fehlten im ersten Satz noch die entscheidenden Millimeter, trifft sie mit sehr hoher Präzision in jeder Situation das "Bulls-Eye" wie es beim Darts heißen würde. Einzige Ausnahme ist ein Cut-Ball den sie sich selbst beim Spielstand von 23:9 fast auf die eigenen Füße spielt - ist aber eher Heiterkeit angesagt angesichts des Spielstandes. Mit 25:10 schließen wir den Satz zur vollsten Zufriedenheit ab.

Mittlerweile ist auch unser Publikum vollzählig eingetroffen - die Jungs der Spielerinnen eilten nach ihrem eigenen Spiel direkt zu uns in die Halle und geben sehr gute Unterstützung. Satz 3 steht an und es ist klar, dass hier wenig anbrennen wird. Zudem haben wir die Chance alle Formationen mit allen Spielerinnen zu üben und uns für die kommenden Spiele vorzubereiten. Gesagt - getan.

Satz 3: Über ein 8:4 spielen wir eine 11:5 Führung heraus. Zeit zu wechseln. Melanie Woll kommt für Michelle Müller. Das Team funktioniert bestens. 15:8 Christine Winzer kommt für Sofie Fuchs. Das Team spielt exakt so gut weiter wie zuvor. 19:13 Nadine Weihrauch kommt für Nadine Lahres und alles ist gut. Die Führung wird trotz einer Aufstellung, die noch nie so praktiziert wurde auf 21:15 ausgebaut. Scheinbar läuft es zu gut, denn jetzt kommt ein Moment des Schlendrians auf. Zwei einfachste Annahmen werden vergeigt und in der Feldabwehr fehlt auf einmal die Abstimmung wer welchen Ball nimmt. Aber das ist angesichts der mehr wie ungewohnten Teamzusammensetzung zu verzeihen. Wichtig ist zu sehen, ob auch diese Formation es schafft den Normalzustand wieder herzustellen. Bewusst nehmen wir keine Auszeit und siehe es klappt. 23:18 und 25:20 ist eine klasse Leistung.

Satz 4: Begonnen wird wieder mit der gewohnten Aufstellung und gleich zu Beginn könne wir auf ein 7:1 wegziehen. Mit dem Rücken zur Wand legen sie alle Wucht in ihre Aufschläge und schaffen es unsere mittlerweile angeschlagene Libera Elly unter Zugzwang zu bringen. Bei einer der spitzenmäßigen Abwehraktionen muss sie sich wohl einen Nerv im Ischiasbereich geklemmt haben, reißt sich aber zusammen und beisst auf die Zähne. Das Publikum quittiert den ein oder anderen missglückten Ball mit "Libero, Libero"-Rufen - aber das juckt Elly überhaupt nicht, denn einen Libero haben wir wahrlich nicht auf dem Feld stehen. :-)  Bei 15:9 wird Melanie Woll für Michelle Müller gewechselt und kurze Zeit später bei 18:14 kommt Nadine Weihrauch für Nadine Lahres ins Feld. Sofie Fuchs wird nach einer weiteren Rotation kurzerhand als Mitteangreiferin verpflichtet und Melanie Woll übernimmt die Diagonale. Läuft doch - alles gut! 22:17 und 25:19 heißt es am Ende.

Es war sehr wichtig zu sehen wie das Team mit unterschiedlichen Zusammensetzungen harmonierte und das es dies tat wurde auf dem Spielfeld bewiesen. Ein Klasse Leistung und jetzt heißt es auf den kommenden Sonntag vorbereiten - denn da ist der SV Steinwenden zu Gast bei uns. Nicht vergessen!! - die Halle ist geändert auf die TSG-Halle und Spielbeginn ist 16:30 Uhr am Sonnatg den 08.03.2015. Wir würden uns wie immer sehr über zahlreiche Unterstützung freuen!!

Kommentare