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D1 mit Tunnelblick - schlechte Leistung gegen Landau
07.12.2015 08:17

Will man dem gestrigen Spiel in der Oberliga gegen Landau etwas positives abgewinnen, muss man schon ganz genau hinschauen. Obwohl viele Zuschauer meinten es wäre ein spannendes Spiel gewesen sieht das Trainer Ralph Bösling komplett anders. "Das war leider gar nichts" - Entschuldigungen an die mitgereisten Zuschauer für das schwache Auftreten folgten. Was ist passiert?

Schon von einer gewissen "Lokalderby-Vorahnung" beseelt, wurde versuchte das Team in der kurz vor dem Spiel obligatorisch stattfindenden Teambesprechung auf die Marschroute einzustimmen. Von "Größe zeigen" war die Rede, "Fehler wegstecken und nach vorne schauen" lautete die Devise. Doch in manchen Gesichtern war schon zu lesen, dass dieses Spiel - unverständlicherweise - nicht als ein ganz normales Rundenspiel in der Oberliga angesehen wurde.

Satz 1

Der Beginn ist gut. Mit unseren Aufschlägen setzen wir Landau unter Druck, deren Annahme ist instabil und wir gehen ohne große Gegenwehr mit 6:2 in Führung. Landau nimmt seine erste Auszeit. Aber schon zu diesem Zeitpunkt zeigt sich, dass unser Team nicht zufrieden mit den eigenen Angriffen ist, eine immense Anspannung anstatt einem lockeren Aufspielen liegt in der Luft. Noch immer sind unsere Aufschläge sehr gut und wir erhöhen die Führung auf 14:6. Landau nimmt seine zweite Auszeit. Doch anstatt sich als Team zu freuen ist es ein sehr verhaltener Teamkreis der nach gewonnenen Punkten zusammenkommt. "Größe und Freude" sieht anders aus. Landau findet besser ins Spiel und kann den Abstand auf 10:15 verkürzen. Wir müssen unsererseits eine Auszeit nehmen um Landau keinen Run zu geben. In dieser Phase ist die Eigenfehlerquote von Landau sehr hoch und wir haben hauptsächlich unsere Aufschläge mit denen wir auf Landau Druck ausüben um sie an der Spielentfaltung zu hindern. Das gelingt zwar und wir gehen mit 21:16 in den Endspurt. Können sogar auf 24:18 erhöhen. Aber da ist kein richtiger Siegeswille erkennbar, die Satzbälle werden nicht mit Härte verwandelt. Immer ist da irgendetwas was scheinbar nicht stimmt, was einen hindert erfolgreich zu sein. Bei 24:20 nehmen wir unsere zweite Auszeit, nach zwei aufeinanderfolgenden Punkten von Landau. Es hilft nichts. Obwohl unsere Annahme gut ist, wird vorne im Angriff nichts umgesetzt. Noch zwei Punkte für Landau und dann ist es bezeichnend, dass nicht wir den Punkt, sondern Landau den Eigenfehler zum Satzverlust macht. Beim anstehenden Seitenwechsel war nichts von Euphorie oder "da haben wir eine Chance" zu verspüren. Jede Ansprache schien irgendwo im Nichts eines langen dunklen Tunnel zu verschwinden.

In Durchgang 2 konnte man dann beobachten, wie ein Team komplett in sich zusammenfällt. Landau geht mit 5:0 in Führung. Unser Team ist von Beginn an auf der Flucht. Der Annahmeriegel im kompletten Rückwärtsgang, die Angriffe abolut verhalten und bestenfalls mitspielend. Auf 4:7 können wir verkürzen, 2 Punkte davon "schenkt" uns Landau mit Eigenfehlern. Dann folgt das Drama. Ein um das andere Mal wird in den gewiss sehr gut aufgestellten Block von Landau geschlagen - mittenrein. Keine Sicherung auf unserer Seite ist vorhanden, vielmehr ein aufrechtstehendes begleitendes Anschauen des Geschehens. 4:11 lautet die Quittung. Eine Auszeit tut Not. "Wenn da eine Wand ist schlag halt vorbei" oder "Arbeite zumindest mit dem Block" - doch die Ansage verhallt irgendwo im Nirwana. Wichtigster Hinweise geht an die Blockreihe. "Bitte greift den Ball beim Tempo 1 - ihr springt gerade hoch". Ein um das andere Mal schafft es Landau mit Mitteangriffen durchzukommen. Allerdings noch keine Brecher, alles mit Netzkantenberührung - ein Indiz für die Abschlaghöhe. Jetzt wäre Cleverness gefragt, einfach mal eine Seite zumachen - einen Deckel mit den Händen um den Ball machen. Angesagt war aber den Deckel auf das eigen Loch zu machen in das man sich verkrochen hatte. Und so spielt Landau einfach seinen Stiefel runter und wir ergeben uns kraftlos. Bei 10:18 folgt die zweite Auszeit. Nochmaliges Erinnern daran was angesagt wäre - doch wirklich interessieren tut es in Folge auf dem Spielfeld niemanden. Kurzum, Landau fertigt uns mit 25:17 ab. Beim Seitenwechsel hört man, das dies unser berühmter Satz3 gewesen sein soll, jetzt will man sich aufraffen.

Das einzige was es in Satz 3 allerdings zu raffen gab waren die Haare. Wieder zu Beginn ein 0:6 Rückstand - Auszeit SCM. Man will einfach nicht. Verzweifelt suchst Du nach Attributen um das Bild herüberzureichen, das Damen 1 abgibt. "Ihr lauft wie Gummibärchen an - keine Spannung, kein Sprung eher Hüpferchen". Ein Pünktchen können wir machen, dann verschlagen wir unseren Aufschlag. In Folge ist wieder Landau viel näher am Geschehen dran - wenige gute Aktionen auf unserer Seite. Immerhin können wir den Abstand einigermaßen halten, 05:10 lautet ein Zwischenstand. Wir kommen etwas besser ins Spiel, aber Druck ist das nicht. Auch ist die Freude über gewonnene Punkte eher einer Friedhofsruhe gleich. Wir können auf 13:17 verkürzen - aber um dann sogleich völlig zu versagen. Unsere Laufwege sind in der Sicherung konfus, die Abwehr funktioniert aber wir stehen uns vorne gegenseitig im Weg. Das darf wohl nicht wahrsein, was ist da los? Landau erhöht den Abstand auf 20:15 und wir bekommen immer noch kein Mittel hin die ansich nicht schweren Mitteangriffe zu blocken. Stellenweise wird jetzt noch nichtmal zum Doppelblock gegangen. In der Oberliga kannst Du so etwas nicht vergessen. Das ist unterirdisch. 16:21 steht es und endlich nach langer Zeit mal wieder ein paar Aufschläge die kein Geschenk sind. 2 Stück als kurze Services geschlagen und schon ist Landau wieder unter Druck, kann nicht aufbauen und wir verkürzen auf 18:21. Doch anstatt dieses Muster auf den Angriff zu übertragen lobben wir im Angriff direkt in die Abwehr oder verschenken Netzkantenbälle indem wir sie wieder zum Gegner schubsen. 18:23 - ein Punkt soll uns noch gelingen und dann ist bei 19:25 Schluss.

Satz 4 beginnt wie die vorherigen - 0:4 gehen wir in Rückstand - da hast du eigentlich schon keine Lust mehr. Jetzt rafft sich endlich das Team auf und will das Spiel nicht zur Blamage werden lassen. Endlich wird wieder geschlagen, mit dem gegnerischen Block oder daran vorbei. Wir gehen seit langer Zeit mal wieder mit 7:5 in Führung und können diesen Abstand lange Zeit halten. (8:6, 11:9, 13:9, 14:10). Endlich ein illustres Spiel mit schönen Aktionen auf beiden Seiten. JETZT wird gekämpft und um jeden Ball gerungen. Doch was passiert da? Eben noch geführt und das Heft in der Hand gehalten, ziehen wir bei voller Fahrt die Handbremse. Wegen ein / zwei nicht direkt verwandelten Bällen? Unsere Kiefer fallen tiefer und Landau schickt sich an uns zu zeigen wo der Battel den Most holt. Heilloses Durcheinander ist wieder angesagt, wieder Rückwärtsgang wo eben noch Fullspeed nach vorne eingelegt war. Nach einem kompletten Überholmanöver von Landau müssen wir bei 14:18 eine Auszeit nehmen. Eine massive Ansage an die Erinnungsfähigkeit hilft und wir rappeln uns auf. Punkt um Punkt kommen wir an Landau wieder heran. Die müssen ihrerseits bei 21:22 eine Auszeit nehmen. Zwischendrin schönes Volleyball mit BigPoints auf beiden Seiten. Landau schlägt auf und ein einfacher Annahmefehler von uns bringt sie auf die Siegerstraße. (23:21). Den nächsten Ball holen wir uns und jetzt ist eine hauchdünne Angelegenheit - bezeichnenderweise ist es ein von uns gespielter Lob den Landau verhaspelt 22:23. Unser Aufschlag ist jetzt wieder ein Geschenk und die Gastgeberinnen wuchten den Ball zwischen unsere desolat aufgestellte Abwehr. Eine darauffolgende sehr schwache Annahme bekommen wir nicht unter Kontrolle und Landau gewinnt mehr wie verdient das Match. (25:22)

Gegen Saarlouis am kommenden Samstag wird man wahrscheinlich wieder das "alte Team" bestaunen können. Warum das mit der "Lokalderbyhysterie" so ist beim SCM weiß niemand, hoffen wir das es bei den Rückspielen besser wird. 

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