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U16 Team ist Pfalzmeister!!
08.11.2015 18:31

Enn scheene Sunndach oder "Erwin wu sinnen die Antenne"? Ein Lustspiel in 3 Akten

Akt 1

Gestern noch in Heiligenstein den ganzen Tag bei der U18 in Heiligenstein gespielt, um Punkt 20:15 Uhr ins Bett gefallen und heute morgen pünktlich um 04:45 Uhr aufgestanden. Ein wenig nervös ist man ja schon vor so einem Event. Hast Du auch nichts vergessen? Trikots von gestern sind noch im Trockner, die Sachen für die Bewirtung im Kofferraum, Ersatzknieschoner falls jemand vergesslich ist, Speicherkarte in der Kamera, die Pässe zum 15. Mal durchgesehen, alles da. Der erste Kaffee bei Morgendämmerung auf der Terrasse. "Melissa neben Nele oder besser Eva?" rauscht es dir durch den Kopf. Alte Aufstellungen und die Statisiken durchgesehen, es gilt die optimale Auf- und Einstellung zu finden.

Ab in den Keller - die Trikots fein säuberlich zusammengelegt und in die Trikottasche. Alles nochmals raus, sind auch alle da? 07:00 Uhr. Erstes Lebenszeichen von Hannah. Soll leise sein wenn ich sie abhole, Ella schläft noch. "Carmela neben Amelie - ergänzt sich das gut heute?" - du bist fokussiert. 08:00 Uhr Abfahrt. Hannah ist puztmunter. Der extrem lange Spieltag von gestern bei der U18 scheint keine konditionellen Auswirkungen zu haben. Erster Stein der plumpst!

08:30 Uhr Orstzeit Mutterstadt, du schließt die Mandelgrabenhalle auf und dein Motor kommt auf Touren. "Ihr zwei die Stangen, ihr zwei die Netze, wir brauchen hier und dort Linienrichterkästen." "Hallo Simone alles gut, wer war einkaufen?" "Hat alles Pepe" - "Sehr gut". "Die Bänke müssen neben die Spielfelder und bitte die eine Anlage noch mal abbauen, es bleibt ein Feld frei zwischen den beiden Courts". "Wer hat die Würstchen?" "Weiß nicht, Einkauf hat Pepe gemacht". "Das Netz hat ein Loch, nehmt bitte das andere..." "Guten Morgen Michael - und alles klar? - Die Turnierleitung ist unten im Lehrerzimmer".

Und dann, in dein ausgeglichenes Organisationsgemüt, fällt es ein wie eine Horde Barbaren - "Wo sind die Antennen?" "Was heißt, wo sind die Antennen? Im Schrank wie immer...." "Neeee..." Bis jetz war wirklich alles gut, aber die Antennen sind nicht dort wo sie eigentlich sein müssten. Die Mandelgrabenhalle hat nun wirklich nicht die größten Ausmaße aber nachdem du die nächsten 15min jeden Quadratmeter der Örtlichkeit mehrfach nach den Antennen durchsuchst hast musst du feststellen -  die sind nicht da - einfach aber ganz ehrlich - sie sind nicht da! Notfallplan aktivieren. Griff zum Handy und Erwin anrufen - Festnetznummer - sein Anrufbeantworter kann mir trotz gutem Zureden nicht wirklich weiterhelfen, Handynummer anwählen - Teil 2 des Notfallplanes. Die sich meldende Mailbox verheißt nichts Gutes! Jetzt wird dir schlecht! Ein Feld mit, ein Feld ohne Antennen - es geht ja alles, aber das nicht, ohne Antennen das geht gar nicht. 15min später steht Erwin in der Halle und das Prozedere beginnt von vorne. Jeder Schrank, jede Ecke - keine Antennen.

Die teilnehmenden Teams sind mittlerweile da. Endlich - Erwin holt weitere Antennen von zu Hause und Dein Puls nähert sich dem Ruhezustand von 160. "Papa, haben wir das erste Spiel?" "Ja haben wir." "Gegen wen?" Weiß ich noch nicht, das wird jetzt gleich ausgelost.." "Wo sind eigentlich die Mülltüten?" hallt es von oben. "Hubert besorgt welche, Hauptsache wir haben Antennen!" - "???" (Das Bewirtungsteam)

Akt 2

Die Trainerbesprechung verläuft reibungslos. Wir setzen uns als Ziel die jugendlichen Schiedsrichter zu unterstützen und alle teilen das Vorhaben recht moderat mit "Fehlentscheidungen" umzugehen. Bestens!

Die Begrüßung steht an. Jetzt beginnt der offizielle Teil des Turniers. Alle Teams sind da. "Guten Morgen zusammen" "Guten Morgen hallt es zurück" und alle lauschen dem Üblichen "Wer bin ich, Wer ist der neben mir, Warum ist Hubert da, warum sind die Spielerinnen da und das Wetter  ist schön"

Michael sagt an: "Auf Feld 1, das ist das rechte von der Tribüne aus gesehen, spielt Mutterstadt gegen Ludwigshafen und auf Feld 2 Haßloch gegen Heiligenstein". 42 Sekunden später "Ralph wo spielen wir?" "Auf Feld 1.." "Und wo ist das?" "In Bad Kreuznach.." "??"...

Das Team macht sich warm, sortiert sich und dann kann es losgehen. Im ersten Satz beginnen wir mit schweren Füßen, die Laufarbeit ist noch nicht vorhanden und beim Stand von 8:6 muss die erste Auszeit genommen werden. Alle 6 Gegenpunkte sind Eigenfehler, VBC Ludwigshafen hat überhaupt nichts dafür machen müssen. Danach läuft es wesentlich besser und wir können auf 15:8 davonziehen. Alle Spielerinnen von der Bank werden eingewechselt und wir erhöhen auf 21:16. Über das normale Sideout sichern wir uns Satz 1 mit 25:16. Durchgang 2 wird mit Schlussaufstellung aus Satz 1 weitergeführt, doch unser Team kommt nicht richtig ins Spiel. Beim Spielstand von 16:17 geraten wir das erste Mal ins Hintertreffen und selbst die folgenden Spielerwechsel verhelfen zu keiner Besserung. Wir müssen den Satz mit 22:25 abgeben. Das anschließende Tiebreak wird mit "Standard-Aufstellung" begonnen und bis zum 15:7 durchgezogen. Der erste Tagessieg ist somit gesichert.

Das zweite Spiel müssen wir gegen die SG Kaiserslauter/Enkenbach bestreiten. Hier läuft es von Beginn an völlig rund und wir holen einen großen Vorsprung heraus. Wieder werden beim Spielstand 11:4 alle Spielerinnen ein-/ausgewechselt und diesmal klappt es ohne große Punktverluste. Der Satz geht mit 25:10 an den SCM. Auch in diesem Spiel gehen wir mit den Wechselspielern in die 2. Runde und Satz 2 ist diesmal Formsache. 25:7 heißt es nach kurzer Zeit. Der 2. Tagessieg ist auf unserem Punktekonto verbucht.

Im dritten Spiel steht der "Hauptkampf" des Tages an. SC Mutterstadt gegen die TuS Heiligenstein. Nervosität ist angesagt und schon vor dem Spiel füllen sich auf der Tribüne vor unserem Spielfeld die Sitzplätze, bis auch alle Stehplätze belegt sind. Eine tolle Kulisse. Es geht los und von Beginn an merkt man, dass beide Teams unbedingt den Sieg einfahren möchten. Aufschläge werden herübergehämmert, Blocks und starke Angriffe geben sich die Hand. Die Südpfälzer müssen eine erste Auszeit bei 4:8 nehmen und können anschließend kontern. Heiligenstein gewinnt nach und nach ganz klar die Oberhand und geht mit 14:10 in Führung. Eine Auszeit muss jetzt unsererseits genommen werden. Einschwören auf unsere Möglichkeiten ist angesagt und wie verwandelt kehrt unser Team auf's Feld zurück. Der große Auftritt von Melissa Müller beginnt ab diesem Zeitpunkt. Gänsehaut ist angesagt, sie blockt, sie schlägt, sie wuchtet die Aufschläge rüber, sie nimmt die harten Aufschläge von Heiligenstein mit einer gebotenen Ruhe an - das Publikum tobt - unsere Bank schreit sich die Seele aus dem Leib. Flankiert von sehr guten Angriffen und Abwehrleistungen aller weiteren Spielerinnen aus unserem Team kämpfen wir uns heran und überholen Heiligenstein zum 17:14. Heiligenstein muss wieder eine Auszeit nehmen, kann sich aber anschließend nicht mehr wehren. Mit einer grandiosen Reihe furchtloser Aufschlägen durch Melissa Müller setzt sie Heiligenstein unter Druck, diese können kein vernünftiges Spiel aufbauen und wir parieren alles durch die anschließende Abwehrarbeit und schließen mit sehenswerten Angriffen zum Satzgewinn 25:17 ab.  

In Durchgang 2 sind wir anfänglich noch im Spiel, aber beim 9:13 ist schon zu spüren, dass die Konzentrationskurve nach unten zeigt. Bei 13:20 ist klar, dass der Durchgang an den Gegner gehen wird und wir haben nur noch eine Aufgabe, zu Ende spielen, durchatmen und Sicherheit in den Aktionen gewinnen. 15:25 heißt es zum Schluß und der Tiebreak soll die Entscheidung bringen. "Ausgeruht" und mit der Sicherheit, dass wir an die Leistungen des ersten Satzes anknüpfen können starten wir ins Rennen und müssen aber zuerst ein paar Punkte wegstecken. Beim 1:3 nehmen wir die erforderliche Auszeit und schwören uns auf das was wir können ein. Danach wird sofort eine Reihe von Punkten geholt und der Gleichstand bei 7:7 erreicht. Auch Punkt 8 ist unser und es heißt Seitenwechsel. Die Halle tobt, es ist irre laut und jetzt wollen es die Mädels wissen. Nichts wird anbrennen gelassen, keine Geschenke gemacht, ein Block nach dem anderen und die Angriffe finden insgesamt ihr Ziel. Mutterstadt hat Heiligenstein fest im Griff und macht den Sack mit 15:9 zu. Der Jubel ist riesig, alle sind nassgeschwitzt - Spielerinnen, Trainer und die komplette Tribüne. Der Pfalzmeisterschaftstitel ist greifbäre Nähe gerückt. Ein Sieg noch im letzten Spiel gegen den VBC Haßloch und der Traum kann wahr werden.

Im vierten und unserem letzten Spiel des Tages gegen VBC Haßloch läuft es von Beginn an sehr gut und eine komfortable Führung wird herausgespielt. So werden beim "sicheren" Spielstand von 17:11 die kompletten Spielerinnen eingewechselt. Doch was sich dann entwickelt ist schwer greifbar. Die Füße wollen bei den "frischen" Spielerinnen nicht so wie sie müssten und eine Annahme nach der anderen wird vergeigt. Vorne im Angriff entsteht völlige Konfusion und Orientierungslosigkeit. Beim 22:17 müssen wir eine Auszeit nehmen, aber es wird danach leider nicht besser. Haßloch kommt immer näher und profitiert von viel zu vielen Eigenfehlern auf unserer Seite. Rückwechsel geht nur noch einer, dann ist das Kontingent der Wechsel erschöpft. Was tun? Wir liegen sogar 23:24 zurück, der letzte mögliche Rückwechsel wird beim SCM vollzogen und wir schaffen den Ausgleich zum 24:24. Beim anschließenden 25:26 nimmt Haßloch noch eine Auszeit und wir machen trotzdem mit dem nächsten Punkt den Satz zu. Da fließen Freudentränen, dass man es doch noch geschafft hat. "Weia", da hätte ich mich beinahe verzockt mit der Wechselaktion, aber zum Glück ist es gut ausgegangen. Im zweiten Satz starten wir mit der Standard-Aufstellung und ziehen den Satz mit nur einem Spielerwechsel durch. Über ein 10:5, 15:10 und 22:14 brennt nichts mehr an, der Satz und das Match werden mit 25:16 gewonnen.

Wir sind PFALZMEISTER!

Akt 3

Die letzten beiden Spiele des Tages laufen und wir beginnen mit den Aufräumarbeiten soweit möglich. Alle helfen mit und schnell steht die Siegerehrung bevor. Ganz zum Schluß ist SC Mutterstadt dran und das Pfalzmeisterschaftsshirt darf in Empfang genommen werden. Wir bedanken uns bei allen Helfern, der tollen Kulisse und den Spielerinnen die uns tolle Spiele gezeigt haben, wünschen eine gute Heimreise und die Halle leert sich anschließend. Zum Glück gibt es nur noch sehr wenig zu tun, die Eltern von Damen 3 leisten ganze Arbeit bei der Bewirtung und dem Aufräumen. Zufrieden schließt du die Halle um 17:45 Uhr zu und freust dich auf deine Couch zuhause. Dort angekommen hat bereits Erwin angerufen - er braucht heute Abend noch einen Bericht für das Amtsblatt - das Leben geht weiter....

Epilog

"Ja" - wir dürfen stolz sein und sind es auch. Eine ganz Klasse Truppe unsere Damen 3 dieses Jahr als U16 in der Jugend spielend. Ob es die hervorragende Trainingsbeteiligung ist, oder die tolle Entwicklung, die ihr in den letzten beiden Jahren hingelegt habt - einfach Klasse. Es macht zudem stolz solch eine fantastische Elternschaft hintendran zu wissen, die sich überall engagiert und immer mit anpackt wenn es etwas zu tun gibt. Das schweißt zusammen und ihr belohnt Euch und uns mit Euren tollen Spielen. Wenn es weiter so hinhaut mit Schule und Sport und den ganzen anderen Aktivitäten die ihr habt dann - ja dann - haben Damen 1 in naher Zukunft ganz "neue" Gesichter dabei. Macht weiter so, es lohnt sich auf alle Fälle!

Liebe Grüße euer Trainer 

Den Pfalzmeistertitel holten in alphabetischer Reihenfolge:

Becker, Tamina (24) - Buchheit, Julia (18) - Bösling, Hannah (6) - Müller, Melissa (12) - Ripsam, Eva (7) - Rottmann, Sofie (8) - Samus, Amelie (3) - Schramm, Nele (2) - Schulz, Tessa (5) - Steiger, Ellie (9) - Zarbo, Carmela (11)

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