23
No
"Vöchel" erst Adler dann Wiedehopf
23.11.2015 15:41

Das Lokalderby gegen die TS Germersheim hielt was es im Vorfeld versprochen hatte. Eine spannende Begegnung wurde dem sehr zahlreich erschienenen Publikum geboten. 3:1 / 97:69 (25:13 25:9 22:25 25:22) lautete das Endergebnis. Was ist da passiert fragt sich der geneigte Leser?

Vor dem Spiel: Das Team ist heiß, erstmalig sind wir 12 Spielerinnen, der Nachwuchs aus Damen 3 soll mit ans Netz.

Gleich zu Beginn setzen wir germersheim massiv mit risikoreichen Aufschlägen unter Druck, die Eigenfehlerquote ist hier Null. Die Gäste können kein Spiel entwickeln und werden entweder durch unseren sehr gut aufgestellt Block gebremst oder die Abwehr pariert sicher und der anschließende Angriff findet jeweils die Lücke. Früh können wir uns absetzen, ein 11:6 verheißt Gutes. Germersheim nimmt seine erste Auszeit. Das Punktekonto wird anschließend auf 15:8 ausgebaut, alles läuft in dieser Phase hervorragend. Vor allem die Positionen werden eingehalten und die taktische Marschrichtung beibehalten. Germersheim profitiert von einem technischen Fehler auf unserer Seite und ein anschließender Netzroller bringen zwar 2 Punkte für Germersheim am Stück, aber das sollte auch reichen. Ein wuchtiger Diagonalangriff bringt das 16:10 und dann setzt ein schöner Spielrausch auf unserer Seite die Highlights. 20:11 ist das Zwischenergebnis. Jetzt kommen unsere Spielerinnen auf der Bank und die Kücken Jahrgang 2001/2002 zum Zug. Eingewechselt werden Jenny Moll als auch Nadine Weyrauch und ihren Oberligaeinstand gibt Amelie Samus. Alle drei integrieren sich nahtlos ins Team und über das normale Sideout wird der Satz mit 25:13 nach Hause gebracht.

In Durchgang 2 soll es noch besser kommen. Germersheim wirkt von Beginn an unsicher und kann keinen Rhytmus aufbauen. Immer noch ist unsere Aufschlagquote sehr gut, die Blockationen vor allem von Lydia Martsch und Michelle Müller gekonnt. Was vorbeifliegt wird von Libera Elly Diamantopoulou angegriffen und durch die Angriffsreihe zum Punkt gewandelt. Wie bereits in Satz 1 ist die Passverteilung durch Zuspielerin Sophia Beutel sehr ausgeglichen und die Pässe finden die Angreiferinnen. 10:3 lautet es nach kurzer Zeit und wir erhöhen auf 16:5. Zeit für Wechsel! Jenny Moll betritt wieder die Szene und es gesellen sich Melissa Müller aus D3 als auch Amelie Samus dazu. Trotz dieses Wechsel mit 2 Nachwuchsspielerinnen auf dem Feld lassen wir uns die Butter nicht vom Brot nehmen und bauen die Führung aus. Beim Satzball und Spielstand 24:9 wird Amelie Samus aufgefordert einen Sprungflatteraufschlag zu probieren. Das Herz wohl in der Hose aber mit viel Mut in der Seele nimmt sie Anlauf und wuchtet das Ding gekonnt zum Gegner. Germersheim hat Schwierigkeiten in der Annahme und ein mächtiger Doppelblock von Sophia Beutel und Sofie Fuchs bringen mit einem direkten Blockpunkt Satz 2 mit 25:9 nach Hause.

Satz 3: Es ist das alte Lied. Du besprichst Dich, Germersheim steht mit dem Rücken zur Wand, sie werden jetzt volles Risiko gehen. Das tun die Gäste auch und wir mutieren vom Adler zum Wiedehopf. Auf einmal heißt es Aufschläge werden verschlagen und die Angriffe werden nicht mehr mit zuvor gezeigter Konsequenz durchgezogen. Germersheim geht in Führung und schöpft Mut. Mit 7:10 geraten wir ins Hintertreffen und können nicht aufholen. Immer wieder patzen wir und setzen Angriffe ins Aus oder agieren zu harmlos. Germersheim zieht auf 16:10 und 21:15 davon. In der Auszeit müssen wir uns an unsere Stärken erinnern und sogleich fangen wir an das Spiel zu drehen. 6 Punkte gelingen uns in Folge. Wir können ausgeleichen. Das Publikum tobt, eine wunderbare Kulisse. Tja und dann passiert das was eigemtlich nicht sein sollte. Wir verschlagen unseren Aufschlag. 21:22. Eine kleine Fehlentscheidung mit großer Auswirkung passiert im folgenden Angriff. Anstatt einen Hammer von der Mitte in das gegnerische Feld zu hauen, schubseln wir den Ball ins sicher geglaubte Hinterfeld, was zwar frei, aber unser Ball Aus ist. 21:23. Germersheim wittert die letzte Chance und greift sie. Das normale Sideout bringt den Satzverlust mit 22:25 und heißt ab in Satz 4.

Satz 4: Germersheim merkt - da geht was - und wird wagemutiger. Aber wir legen zu Beginn gleich richtig los und es scheint wie in den ersten beiden Sätzen zu laufen. Bei 08:13 nimmt Germersheim seine erste Auszeit. Ein Aufschlagfehler bei uns und eine klasse Aufschlagserie von Germersheim drehen das Spiel auf den Kopf. Die Gäste machen 6 Punkte in Folge gleichen zum 14:14 aus und gehen anschließend sogar in Führung. Dennoch bleibt es ein spannendes Spiel und bis ab jetzt wird es ein völlig ausgeglichenes. Jedes Team gewinnt seine Sideouts, ein harter Kampf entbrennt. Ganz zum Schluß spielen wir einen knappen Vorsprung heraus und können dieses bis zum Matchgewinn mit 25:22 halten.

Fazit: Spiele gegen Germersheim sind und bleiben ein Prestigeduell. Immer fest im Hinterkopf verankert wozu die Südpfälzerinnen in der Lage sind scheint es gerade in den entscheidenden Phasen so zu sein, dass wir einen Gang zurückschalten und auf Nummer sicher gehen wollen. Zum Glück konnten wir diesen Balast zum Ende hin abwerfen und uns den Tagessieg sichern. Bei 5 Spielen und 4 Siegen halten wir derzeit Anschluß an die Spitzengruppe und dürfen auf das nächste Spiel gegen Oberbiber gespannt sein.

Es spielten in alphabetischer Reihenfolge: Sophia Beutel, Elly Diamantopoulou, Sophie Fuchs, Nadine Lahres, Lydia Martsch, Jennifer Moll, Melissa Müller, Michelle Müller, Eva Ripsam, Amelie Samus, Nadine Weyrauch und Julia Zywitzki. 

Kommentare